Wertschätzung

WertschätzungAndreas Sedlag
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Wertschätzung ist ein normales Bedürfnis der Menschen und das im Privatleben genauso wie im Beruf. Befragt man Mitarbeiter, was ihnen am wichtigsten im Beruf sei, so antwortet mehr als die Hälfte: WERTSCHÄTZUNG. Die meisten Menschen möchten mit dem, was wir sind, machen und schaffen, wahrgenommen und auch anerkannt werden. Das zieht sich durch alle Branchen und Positionen. Wenn die Anerkennung richtig angewendet wird, wirkt sie wertschätzend und das setzt enorme Kräfte frei und wirkt motivierend. Richtige Wertschätzung wirkt wie ein 2.Gehalt.

Wertschätzung ist eine Haltung. Mitarbeiter*innen stellen regelmäßig ein Defizit an Wertschätzung fest. Überall sollen Führungskräfte Wertschätzung zeigen, um Mitarbeiter zu halten und zu begeistern. Und über 80% aller Führungskräfte sind davon überzeugt, Wertschätzung häufig auszusprechen!

Der Begriff Wertschätzung wird heute beinahe inflationär und viel zu oft falsch verwendet. Umgangssprachlich wird Wertschätzung oft mit Lob und der Anerkennung von Leistung gleichgesetzt. Doch das ist noch nicht alles. Lob und Anerkennung können ein Bestandteil der Wertschätzung sein, wenn sie richtig angewendet werden.

 

TIPP: Lob, Anerkennung und Wertschätzung sollte nach der ZEK-Regel erfolgen!

Zeitnah – Ehrlich – Konkret

Wertschätzung ist eben mehr – es ist eine Herzens- und Geisteshaltung, die immer auch den Menschen anspricht  und nicht nur dessen Ertrag.

Laut Definition bei Wikipedia bedeutet Wertschätzung:

… die positive Bewertung eines anderen Menschen. Sie gründet auf eine innere allgemeine Haltung anderen gegenüber. Wertschätzung betrifft einen Menschen als Ganzes, sein Wesen. Sie ist eher unabhängig von Taten oder Leistung, auch wenn solche die subjektive Einschätzung über eine Person und damit die Wertschätzung beeinflussen.

Wertschätzung ist verbunden mit Respekt, Wohlwollen und Anerkennung und drückt sich aus in Zugewandtheit, Interesse, Aufmerksamkeit, Freundlichkeit.

Es ist eben diese grundlegende Bedeutung von Wertschätzung, die sie für viele Führungskräfte und Unternehmen so schwierig macht. Die meisten Führungs- und Belohnungssysteme sind lediglich auf die Bewertung und Honorierung von Leistung ausgelegt – Wertschätzung schrumpft damit zum Funktionswert.

Echte Wertschätzung aber betrachtet die Mitarbeiter als Personen, die aufgrund ihrer Fähigkeiten, Persönlichkeit und Einzigartigkeit schon wertvoll sind – sie nimmt damit ebenso Bezug auf den Seinswert. Und dafür braucht man ehrliches Interesse am Menschen.

Richtig angewendet, setzt Wertschätzung enorme Kräfte frei und wirkt motivierend. Achtlos verschleudertes Lob nach dem Gießkannenprinzip aber bewirkt das genaue Gegenteil: Man spürt die Absicht dahinter und ist verstimmt... Deshalb, daher und darum: Wie sich echte Wertschätzung ausdrückt, die über reine Lippenbekenntnisse hinausgeht...

 

Wir wollen mit dem, was wir sind und wie wir sind, anerkannt – gewertschätzt werden und für das, was wir machen und leisten, anerkannt – gelobt werden.

Wertschätzung vermitteln: Es braucht nicht viel

Die zwei häufigsten Fehler der Wertschätzung: Sie wird nicht verbalisiert (Die Abwesenheit von Kritik, ist Lob genug.) und sie kommt nicht von Herzen, sondern von einem Plan. Und das spüren die meisten Empfänger sofort.

Es gibt aber häufig noch einen dritten Denkfehler: Wertschätzung kostet viel. Von wegen! Was von Herzen kommt und auf einer Grundhaltung basiert, braucht keinen großen Aufwand. Im Gegenteil: Gerade im Alltag offenbart sich die Wertschätzung gerade in kleinen Gesten, die aber einen großen Unterschied machen. Dazu reichen oft schon...

  • konstruktives feedback

  • ein anerkennender Blick auf Augenhöhe

  • ein interessiertes Hinhören

  • ein wohlwollendes Kopfnicken

  • ein anteilnehmendes Lächeln

  • ein dezentes Schulterklopfen

  • eine neugierige Rückfrage

  • eine kleine Überraschung

  • eine kurze Mail mit Dank oder Glückwünschen

  • eine Bitte um Rat

 

Natürlich braucht es auch weiterhin leistungsabhängige Gehälter und Belohnungssysteme - Wertschätzung macht diese nicht überflüssig.

 

Zudem hängt die eine oder andere Form auch davon ab, wie gut Sie die Person kennen. Aber eben schon eine kleine Veränderung in der Begegnung und der (nonverbalen) Kommunikation kann Mitarbeiter und Kollegen echte Wertschätzung vermitteln.

Wertschätzung vermitteln: Authentische Anerkennung zeigen

Selbstverständlich ist ein respektvoller und angemessener Umgangston untereinander die ewige Grundlage jeder Kommunikation und positiven Unternehmenskultur. Hierzu empfehle ich wiederkehrende Kommunikations- und Rhetorik-Trainings für alle Führungskräfte. Authentische Wertschätzung zeigt sich darüber hinaus im Arbeitsalltag in verschiedenen Formen und Facetten. Um als solche wahrgenommen zu werden, benötigt sie drei wesentliche Voraussetzungen:

Wertschätzung ist immer individuell

Menschen brauchen das Gefühl, mehr als nur ein unbedeutendes Rädchen im Getriebe – oder (noch schlimmer) das Reserverad – zu sein. Lob aus der Gießkanne mag wie eine warme Dusche sein, aber man fühlt sich hinterher nicht besser, sondern eher nass. Adressieren Sie die anerkennenden Worte und Gesten daher unbedingt an die Person, die es betrifft. Der Empfänger muss spüren: Ich bin damit ganz persönlich gemeint.

Wertschätzung ist immer präzise

Anders als spontane Euphorie benennt Wertschätzung konkret, was sie schätzt. Ein Schulterklopfen im Vorbeigehen und ohne Bezug ist noch keine Wertschätzung. Dazu wird es erst, wenn der- oder diejenige auch weiß, was der Auslöser war. Es muss klar werden, womit es verknüpft ist. Unverdienter Beifall wirkt wie verkleideter Spott. Zudem ist jedes Kompliment nur so viel wert, wie der Mensch, der es verschenkt. Oder wie Lessing einmal sagte: "Der wahre Virtuose spottet bei sich über jede uneingeschränkte Bewunderung, nur das Lob desjenigen kitzelt ihn, von dem er weiß, dass er auch das Herz hat, ihn zu tadeln." Wichtig ist, bei den Fakten zu bleiben und weder zu übertreiben, noch herunter zu spielen. Je spezifischer das Feedback, desto fundierter wirkt die Anerkennung. Präzision muss deswegen allerdings nicht nur Einzelfall bezogen sein. Sie kann ebenso gut das Gesamtbild einer Person anerkennen.

Wertschätzung ist immer emotional

Gefühle wirken stärker als sachliche Argumente. Für die Glaubwürdigkeit ist daher entscheidend, dass die echte Begeisterung des Laudators spürbar wird. Der Mund kann viel sagen, aber das Herz spricht zu uns. Dazu gehört auch, dass der Wertschätzende dem anderen auf Augenhöhe begegnet. Dasselbe gilt für Einschränkungen – und sei es die kleinste Kritik: Jeder Schönheitsfleck degradiert die Worte zur bloßen Fassade – etwa wie bei der typischen Sandwich-Kritik.

 

Suchen Sie das, was da ist und schätzen Sie es positiv. Suchen Sie nicht danach, was nicht da ist!

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